Bevor es am letzten Urlaubstag Richtung Flughafen ging, musste ich noch einmal ans Meer.
Ein letzter Sprung in den Atlantik. 🌊
Und irgendwie passte es, dass diese Reise genau dort endete, wo sie angefangen hatte.
Denn an der Praia do Magoito war ich schon zu Beginn meines Urlaubs gewesen.
Nur sah sie inzwischen ziemlich anders aus.
Bei meinem ersten Besuch war das Wasser für die Atlantikküste erstaunlich warm und am Strand lag ungewöhnlich viel Sand.
Als ich ungefähr zehn Tage später wiederkam, war das Wasser deutlich kälter – und ein erstaunlicher Teil des Sandes verschwunden.
Nicht einfach wegen Ebbe und Flut. Der Strand war regelrecht ausgespült.
Dass sich die Strände an dieser Küste verändern, kenne ich schon lange. Die kleine Praia do Abano bei Guincho hat in manchen Jahren einen schönen Sandstrand und besteht in anderen fast nur aus Felsen. Auch die Praia da Ursa war dieses Jahr ungewöhnlich steinig.
Aber diesmal lagen zwischen den Veränderungen keine Jahre.
Sondern gerade einmal zehn Tage.
Auch die Wassertemperatur kann sich hier erstaunlich schnell verändern. Nord- und Nordwestwinde können kaltes Tiefenwasser an die Oberfläche bringen, während Wellen und Strömungen gleichzeitig ständig Sand bewegen.
Mal kommt er.
Mal geht er.
Manchmal braucht es Jahre, bis eine Veränderung auffällt.
Und manchmal reichen zehn Tage.
Als ich vor Jahren nach einem Namen gesucht habe, wusste ich nur, dass das Mar darin vorkommen sollte.
Am Ende wurde daraus CavalMar – cavalo und mar. Pferd und Meer.
Vielleicht passt es ganz gut, dass ausgerechnet das Meer ständig daran erinnert, dass sich nicht alles festhalten oder kontrollieren lässt.
Man kann versuchen, gegen die Bewegung anzukämpfen.
Oder lernen, mit ihr mitzugehen, sie zu reiten, statt gegen sie anzukämpfen.
Und dann war es Zeit für den Flughafen.
Nach acht Geschichten aus Portugal sind wir damit wieder dort, wo alles angefangen hat.
Noch einmal eintauchen. Und dann zurück in den Alltag.