Im Oktober 2018 war ich in Peninha, mitten im Naturpark Sintra-Cascais.
Ein wunderschöner Ort, an den ich vor meiner Rückreise unbedingt noch einmal zurück wollte.
Von dem Waldbrand hatte ich nichts mitbekommen – und so fuhr ich völlig ahnungslos wieder nach Peninha und fand eine Landschaft vor, die ich kaum wiedererkannte.
Erst danach erfuhr ich, was passiert war: In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober war bei Peninha ein großer Waldbrand ausgebrochen. Rund 430 Hektar Vegetation verbrannten.
Nur wenige Tage zuvor hatte ich an genau dieser Stelle ein Foto gemacht. Als ich nun wieder dort stand, habe ich versucht, denselben Blickwinkel noch einmal einzufangen.
So entstanden zwei Bilder derselben Landschaft – nur wenige Tage voneinander entfernt.
2026 war ich wieder in Peninha.
Die Landschaft war längst wieder grün. Und diesmal begegneten mir dort Garranos – kleine, robuste Pferde, die sich frei durch die Landschaft bewegten.
Eine Informationstafel erklärte schließlich, warum ausgerechnet sie hier stehen.
Garranos sind eine autochthone portugiesische Pferderasse. In Peninha sind sie Teil eines sogenannten Functional Herbivory Plan und werden gemeinsam mit Maronesa-Rindern zur extensiven Beweidung eingesetzt.
Die Tiere reduzieren Vegetation und damit potenziell brennbare Biomasse. Gleichzeitig soll ihre Beweidung zu einer offeneren und vielfältigeren Landschaft beitragen.
Waldbrände verhindern können sie damit natürlich nicht. Weniger Brennmaterial kann aber helfen, Intensität und Ausbreitung eines Feuers zu begrenzen.
Und so übernehmen diese kleinen Pferde heute eine Aufgabe in einer Landschaft, deren Verletzlichkeit ich acht Jahre zuvor selbst erlebt hatte.
2018 habe ich in Peninha gesehen, wie schnell ein Feuer eine Landschaft verändern kann.
Acht Jahre später stehen dort Garranos.
Sie verhindern keine Waldbrände. Sie tun etwas viel Unspektakuläreres:
Sie grasen.
Und genau damit sind sie Teil eines Versuchs, diese Landschaft langfristig widerstandsfähiger zu machen.
Damals habe ich erlebt, wie schnell Veränderung geschehen kann.
Heute sehe ich eine andere Form davon.
Eine, die viel leiser ist.